ARTE TV 2011

360° GEO Reportage - Wildererjagd am Mount Kenya

Ein Film von Holger Riedel
(music composed by Markus Wegmann)

WILDERERJAGD AM MOUNT KENYA Der Mount Kenya ist der zweithöchste Berg Afrikas. Ihn umgibt ein dichter nahezu unberührter Regenwald, in dem rund 2. 000 Elefanten leben. Doch Wilderer bedrohen dieses Paradies. '360°-Geo Reportage' beobachtet die Fallensteller und begleitet die Wildhüter vom Mount Kenya auf ihren gefährlichen Streifzügen.

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© medienkontor/FFP

Bereits in den frühen Morgenstunden ist der feuchte Tropenwald höchst lebendig. In den 50 Meter hohen Baumkronen zetern halbstarke Meerkatzenmännchen. Äste krachen, die von Elefanten zerbrochen werden. Der Wildhüter Simon Gitau und seine Kollegen streifen durch das Dickicht des Bergregenwalds vom Mount Kenya, um Wilderer auf frischer Tat zu ertappen.
Zur gleichen Zeit präparieren, nicht weit entfernt, drei Männer ihre Fallen. Sie haben es auf alles abgesehen, was Beine hat, auch auf die fast ausgestorbene Bongo-Antilope. Simon Gitau gehört zu den leitenden Wildhütern vom Kenya Wildlife Service und hat im Tierschutz seine Berufung gefunden. Vor Jahren war er selbst Wilderer. Deshalb kennt er den Unterschied zwischen demjenigen, der die Wilderei aus Armut und fürs Überleben seiner Familie betreibt, und dem bewaffneten Großwilderer, der es auf das wertvolle Elfenbein abgesehen hat. Doch beide sind für ihn Kriminelle, denn sie bedrohen das Überleben der Tiere Afrikas. Die Wildhüter haben alle eine militärische Ausbildung, denn die Konfrontation mit gewaltbereiten Wilderern kann sehr gefährlich werden.

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© medienkontor/FFP

Der Kenya Wildlife Service sorgt nicht nur für den Schutz dieses einzigartigen Naturparadieses, auch die Bergrettung gehört zu den Aufgaben der Organisation. Denn der Mount Kenya ist mit knapp 5.200 Metern nach dem Kilimandscharo der zweithöchste Berg Afrikas und Sehnsuchtsort für Bergsteiger aus aller Welt. Doch für Simon Gitau ist er noch mehr: "Für uns ist der Sitz Gottes auf dem Mount Kenya. Ich bin in diesem Glauben erzogen worden. Deswegen glaube ich, dass der Berg heilig ist und geschützt werden muss. Es ist einer der Gründe, weshalb ich mich mit Leidenschaft dafür einsetze. Wenn ich 70 oder 80 bin, will ich in einer natürlichen Umwelt leben. Persönlich glaube ich, dass Gott diese Art zu leben für uns vorgesehen hat."




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