ARTE TV 2013

360° GEO Reportage - Island, der große Schafabtrieb

Ein Film von Svea Anderson
(music composed by Markus Wegmann)

bild

© medienkontor/FFP

Jedes Jahr im frühen Herbst feiern die Isländer ihr traditionell wichtigstes Fest, das "Rettir", den Abtrieb der Schafe von den wilden Sommerweiden. Eine Aufgabe, die kein Landwirt allein erledigen könnte. In dem extrem dünn besiedelten Gebiet braucht es die Zusammenarbeit ganzer Gemeinden, um alle Schafe rechtzeitig vor dem Winter ins Tal zu bringen. 360° - GEO Reportage hat die Treiber und ihren Anführer, den Bergkönig Kristinn Gudnarsson, begleitet.

Anfang Mai werden auf den isländischen Höfen die Lämmer geboren. Die Bauern haben dann alle Hände voll zu tun, denn schon wenige Wochen später sollen die Schafe in die Berge getrieben werden. An den südlichen Hängen Island grasen dann mehrere Tausend Schafe für über zwei Monate frei in den Bergen, bis sie im September in einem spektakulären Trieb zusammen gesammlt und zurück auf die Höfe geholt werden. Dieses Ereignis gehört zu den gößten Ereignissen der Insel. Ganze Familienverbände schließen sich zusammen, um an der Jagd auf die Tiere teilzunehmen. Jedes einzelne Schaf wird dabei mit der Hand gefangen, enwteder zu Fuß verfolgt oder vom Rücken eines Pferdes, das für diesen Einsatz sorgfältig ausgewählt wurde. Eine Sysiphosarbeit.

bild

© medienkontor/FFP

Überhaupt ist der ganze Einsatz eine Frage der Organisation. Zuständig dafür ist der sogenannte Bergkönig, ein besonders guter und erfahrener Treiber. Zur Zeit ist das Kristinn Gudnarsson, der das Amt seit fast 30 Jahren ausübt und langsam über einen Nachfolger nachzudenken beginnt. Sein Schwiegersohn Ellindur scheint ihm geeignet, sicher ist sich Kristinn jedoch noch nicht. Besonnenheit und Ruhe, die zwei wichtigsten Eigenschaften komen erst im Alter, und Ellindur ist noch keine 40 Jahre alt. Dafür gehören er und seine Frau Berglind zu den größten Schafhaltern der Region. Etwa 1200 Tiere nennen sie ihre Eigen. Und ein Großteil davon wird auch in diesem Jahr in den Bergen sein. Es bleibt abzuwarten, ob am Ende des Sommers wieder alle zusammenghetrieben werden können.


© Medienkontor

← back