ARTE TV 2012

360° GEO Reportage - Die Krabbenfischer von Feuerland

Ein Film von Bernhard Rübe
(music composed by Markus Wegmann)

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© medienkontor/FFP

Die Südspitze Lateinamerikas ist karg, eiskalt und sturmgepeitscht - ein Labyrinth aus Tausenden zerklüfteten Inseln, eingebettet in die berüchtigten Gewässer um Kap Hoorn. Im August, mitten im antarktischen Winter, gehen die Fischer in den Kanälen und Buchten Feuerlands auf die mühsame Suche nach einer immer seltener werdenden Spezialität: der Patagonischen Königskrabbe.

Carlos Barría ist Kapitän und Eigner des kleinen Fischerboots, das wie jedes Jahr mitten im Winter den schützenden Hafen verlässt und wochenlang auf Fang geht. Es ist Centolla-Saison. Die großen Seespinnen, Königskrabben oder Centollas genannt, sind die Haupteinnahmequelle der Fischer von Feuerland. Mit Körben und unter widrigen Umständen werden sie in den eisigen Unterwasserkelpwäldern gefangen. Die Tiere können bis zu acht Kilogramm schwer werden und einen Durchmesser von über einen Meter erreichen. GEO 360° Reportage begleitet die südchilenischen Fischer bei der Centolla-Jagd und taucht ein in die faszinierende Unterwasserwelt von Kap Hoorn.

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© medienkontor/FFP

Die Besatzung und ihr Boot haben mit vielen Schwierigkeiten zu kämpfen. Schneestürme und hohe Wellen machen den Fang oft unmöglich, nicht selten finden sie zudem leere Krabbenfallen vor. Denn die großen Seespinnen werden immer seltener. Wenn man dort eintaucht, wo die Fischer ihre Fangkörbe auswerfen, öffnet sich unter der eisigen Meeresoberfläche eine selten gesehene Welt. Folgt man den Seelöwen bei der Jagd, begegnet man auch dem geheimen Reich der Krustentiere am nächtlichen Meeresboden. Riesige Kelpwälder bieten den Tieren hier unten Schutz und Nahrung. So reich das Unterwasserleben an der Südspitze Südamerikas auch ist, an Land herrschen lebensfeindliche Bedingungen.


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© medienkontor/FFP

Trotzdem besiedelte der Volksstamm der Yágan als Seenomaden über 9000 Jahre lang diese raue Inselwelt. Ihre Kultur gilt heute als fast ausgelöscht, die letzten Dutzend Nachfahren wohnen in Carlos Barrías Heimatdorf Ukika auf der chilenischen Insel Navarino am Beaglekanal. Menschen wie seine Ehefrau, seine Kollegen und Freunde.
Die fast 80-jährige Nachbarin Cristina Calderón gilt als die letzte lebende Yágan, die noch die Ursprache ihres Volkes spricht. Ihrer kleinen Enkelin erzählt sie die alten Legenden und lehrt sie so ganz nebenbei die Yágan-Wörter und Begriffe.

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