ARTE TV 2010

360° - GEO Reportage - Baikalsee, ein Wintermärchen

Ein Film von Wolfgang Mertin
(music produced by Markus Wegmann)
16:9 / 43 Min.
Reportage, Deutschland/Frankreich 2010, ARTE,

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© medienkontor/FFP

Ein See so groß wie Belgien und mit 1600 Metern tief wie ein Ozean: Das ist der Baikalsee in Sibirien. Bei minus 25 Grad bricht ein kleines Team um den Biologen Igor Chanajew zu einer Forschungsreise über das Eis auf. Sie sind auf der Suche nach dem Omul, dem berühmten Fisch, den es nur im Baikalsee gibt, und von dem die ganze Region um den See lebt. Kaum taucht Igor durch ein kleines Loch im Eis in die fantastische Unterwasserwelt des Sees ab, wird aus dem Forschungsauftrag ein gewagtes Abenteuer.
360°- GEO Reportage hat das Wintermärchen am und im Baikalsee filmisch begleitet.


Es ist März am Baikalsee, einer bizarren Landschaft aus Eis und Schnee. Ein kleiner Konvoi, bestehend aus einem Quad, einem Kleinbus und einem LKW, fährt vorsichtig übers Eis. Erst vor zwei Tagen ist hier ein LKW mit kompletter Ladung im Eis versunken – obwohl es um diese Jahreszeit einen Meter dick ist.

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© medienkontor/FFP

Der Expeditionsleiter Igor Chanajew ist Biologe am Limnologischen Institut der Russischen Akademie und will den Baikal-Omul, einen endemischen Fisch, auf seine Gesundheit untersuchen. Dazu verbindet der Russe Igor seine Studien mit einem leidenschaftlichen Abenteuer: dem Eistauchen. Er ist einer von wenigen Russen, die sich aufgrund ihrer Erfahrung unter die Eisplatten wagen – ohne Orientierung ist jeder Weg zurück versperrt. Regelmäßig besucht Igor diese Unterwasserwelt, um Veränderungen im See feststellen zu können.

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© medienkontor/FFP

Auf den Felsen unter Wasser wachsen korallenförmige Schwämme – hocheffektive Wasserfilter, die über eventuelle Verschmutzungen Aufschluss geben. Auch sie findet man an keinem anderen Ort der Erde. Die geschätzten 1,5 Millionen Omule im Baikalssee sind nach den aktuellen Studien nicht bedroht – sie leben in großen Tiefen, und die Selbstreinigungskraft des Sees ist ihr Garant fürs Überleben.

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© medienkontor/FFP

Die Fischer rund um den See angeln zum Eigenbedarf, lediglich auf den Märkten der Region ist der Fisch zu erstehen, ein Geheimtipp für Besucher aus ganz Russland. Reich werden die Menschen am Baikalsee durch den Fisch nicht – doch können sie sich ein Leben ohne "ihren" Baikalsee und "ihren" Omul nicht vorstellen.
Wie ist es aus Sicht der Forscher um die Zukunft des Omuls bestellt?

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